Freitag, 23. April 2010

Der Lesezwerg





Frauchen hat einen Gartenzwerg.
Ja, wirklich! Entgegen allen Unkenrufen.
Er ist Kindheitserinnerung für sie, denn als Kind hat sie für ein gutes Schulzeugnis von ihrem Großvater einen Gartenzwerg geschenkt bekommen. Und das, obwohl ihre Mutter Gartenzwerge haßte und sie ihn in ihrem Vorgarten nicht dulden wollte. Aber Frauchen hatte sich durchgesetzt und ihren Ewald, so hieß der Gartenzwerg, zwischen die Rosen gestellt.
Solange, bis die Mutter ihn verschenkte und er fortan im Garten des Nachbarn stand - sehnsüchtig beguckt von Frauchen, die ihn dort lassen mußte.

Vor einigen Jahren sah Frauchen im Antiquitätengeschäft diesen Gartenzwerg und kaufte ihn. Sie taufte ihn Wolferl, denn Frauchen findet, dass alle lesenden Zwerge Wolferl heißen.
Er steht aber nicht im Garten, sondern in Frauchens Schreibzimmer auf der Fensterbank - da kann er rausschauen, in den Garten.

Heute haben wir ihn aber mit nach draussen genommen. Ich glaube, er hat sich dort nicht wohl gefühlt und jetzt steht er wieder auf der Fensterbank.

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